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3D-Planung des Neuen Buddenbrookhauses mit Vectorworks

Präzision trifft Denkmal: Im Herzen der Lübecker Altstadt in direkter Nachbarschaft zur Marienkirche entsteht eines der prestigeträchtigsten Bauprojekte der Stadt: das Neue Buddenbrookhaus. Die Planung und Ausführung dieses außergewöhnlichen Museumsbaus hat das Lübecker Architekturbüro TMH+S Architekten zusammen mit dem Architekturbüro HHL Heske Hochgürtel Lohse Architekten vor vielfältige Herausforderungen gestellt – und dabei gezeigt, was mit Vectorworks als integraler Planungssoftware alles möglich ist.

Vom Entwurf zur Ausführung – alles in 3D

Für das Architekturbüro war die Umstellung von 2D auf 3D zunächst ein Schritt mit Pioniercharakter – heute ist sie Standard. Unterstützt durch ein gezieltes BIM-Consulting bei ComputerWorks entschied sich das Team, alle Neubauprojekte künftig in 3D zu planen.

Gesamtmodell Buddenbrookhaus

Mit dem Neuen Buddenbrookhaus zeigte sich, wie essenziell diese Entscheidung war: Die komplexe Gebäudegeometrie mit Split-Level-Geschossen, die Integration von Bestandsbauteilen und die Anforderung an präzise Höhenkoordination verlangten nach einem durchgängigen 3D-Modell.

Vectorworks überzeugte hier als Allround-Werkzeug, mit dem sich sowohl das Aufmaß, die Modellierung, die Bestandsintegration als auch die Kollisionserkennung strukturiert und verlässlich abbilden ließen.

Neubau hinter historischer Fassade

2017 wurde ein Museumswettbewerb seitens Kulturstiftung der Hansestadt Lübeck ausgeschrieben, den das junge Lübecker Architekturbüro TMH Architekten und Jörn Simonsen für sich entscheiden konnten. Nach dem Rückbau des Ersatzbaus aus den 1950er Jahren soll hinter den denkmalgeschützten Fassaden und über den historischen Gewölbekellern ein Neubau entstehen. 

Nach dem Wettbewerbsgewinn entwickelten TMH+S Architekten das Projekt bis zum Bauantrag weiter. Für die Ausführung und Baubegleitung suchte das Team Unterstützung und so erhielten HHL Architekten den Auftrag, auf Basis der abgeschlossenen Leistungsphase drei die Ausführungsplanung zu erstellen. 

Struktur schafft Übersicht: Ebenen-Management mit System

Das Neue Buddenbrookhaus umfasst die denkmalgeschützten Gebäudeteile der Mengstraße 4 und 6, die durch den Neubau zu einem erweiterten Gebäudeensemble verbunden werden. 

Modell

Um die vielen unterschiedlichen Höhen und Konstruktionsniveaus in der Planung korrekt zu erfassen, legte das Team für jedes Gebäude separate Konstruktionsebenen an. Das Ebenenmanagement in Vectorworks wurde so zum entscheidenden Werkzeug, um Übersicht und Präzision in der Ausführungsplanung zu garantieren. 

Das Ergebnis: Eine flexible, klar strukturierte Modellorganisation – von Decken über aufgehende Bauteile bis hin zu Abhangkonstruktionen – die allen Beteiligten eine belastbare Planungsgrundlage bot.

Bestand trifft Zukunft: Punktwolken, Scans und Hybridobjekte

Das denkmalgeschützte Ensemble erforderte eine präzise Bestandsaufnahme. Mittels Photogrammetrie und Laserscanning entstand eine Punktwolke, die direkt in Vectorworks übersetzt, angepasst und als 3D-Symbol integriert wurde. Auch komplexe Einzelbauteile wie der historische Gewölbekeller oder Fassadenflächen ließen sich dank der Möglichkeit, Polygone und Einzelobjekte separat zu modellieren, exakt nachbilden. Hinweis: HHL hat vom Dienstleister den Bestand als digitales „Abziehbild“ 3D-Polygone erhalten.

Gewölbekeller

Für die Dachlandschaft wurde eine besonders herausfordernde Geometrie umgesetzt: ein windschiefes, gebrochenes Dach mit unterschiedlich geneigten Sparren. Mit intelligenter 3D-Modellierung, dem Einsatz von Bézier-Kurven und Auto-Hybridobjekten, gelang es, das Volumen passgenau zu erzeugen – inklusive 2D-Schnittdarstellung für die Planableitung.

Dach
Schnittstelle zu allen Fachplanenden: Referenzen clever nutzen

Ein wesentlicher Bestandteil in der Arbeitsweise von HHL Architekten ist das Referenzieren externer Fachplanungen. Ob Haustechnik, Lüftungsplanung oder Ausstellungsgestaltung – sämtliche externen Modelle wurden in separaten Vectorworks-Dateien vorbereitet und in die Hauptplanung referenziert.

Der Vorteil: absolute Kontrolle über Sichtbarkeiten unabhängig von Klassenstrukturen und ein sauber strukturiertes Datenmodell mit minimalem Risiko für Kollisionen. Vectorworks ermöglichte so eine effektive Zusammenarbeit über alle Planungsgewerke hinweg.

Von der Treppe bis zur Tragstruktur: alles modelliert, alles sichtbar
Bild

Das zentrale Entwurfselement ist eine repräsentative, mehrläufige Treppe, die sich kaskadenartig durch alle Ebenen von unten nach oben entwickelt und damit die Schnittstelle zwischen beiden Häusern bildet. Von der heterogenen Tragstruktur des Neubaus in Form eines Stahlskelettes mit den unterschiedlich geneigten Dachsparren bis hin zu den komplexen Bestandsbauteilen wurde das gesamte Gebäude bis ins Detail durchmodelliert.

Der Nutzen im Alltag: maximale Planungs- und Darstellungssicherheit. Jeder Schnitt, jede Ansicht, jedes Detail lässt sich direkt aus dem Modell generieren – vom Entwurf bis zur Ausführung.

Fazit: Vectorworks – das Rückgrat für anspruchsvolle Architektur

Für HHL Architekten ist Vectorworks nicht einfach nur ein CAD-Programm – es ist die zentrale Plattform, auf der kreative Konzepte, bauliche Realität und technische Anforderungen zusammenfinden. Vom historischen Aufmaß bis zur 3D-Kollision, vom Dachaufbau bis zur Shop-Planung, vom Referenzmanagement bis zum Schnittplan – Vectorworks ermöglicht es Projekte ganzheitlich zu denken, zu entwickeln und umzusetzen.

Vectorworks für Architektur

Logo HHL Architekten
Über HHL Architekten: 

Heske Hochgürtel Lohse Architekten (HHL) ist ein renommiertes Architekturbüro mit Sitz in Lübeck. Einen ihrer Schwerpunkte bildet der Bereich Heil-, Pflege- und Betreuungsbau, ergänzt durch Projekte im Bereich Wohnungsbau, Sanierung und Gewerbebau. Zu ihren herausragenden Projekten in Lübeck gehören etwa die denkmalgerechte Sanierung der Musik- und Kongresshalle (MuK), der Neubau der Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie („JULE“) sowie verschiedene innovative Wohnbauten. 

ZU HHL

 

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